Effiziente Leuchtmittel

Die zentralen Komponenten einer Beleuchtungsanlage sind ihre Lichtquellen, denn sie liefern den „Rohstoff”, der im weiteren Prozess verteilt und gesteuert werden soll.

Für die effiziente Erzeugung des Lichts ist zu beachten:

  • Hohe Lichtausbeuten geben an, wie viel Licht (Lumen) bezogen auf die aufgewendete elektrische Leistung (Watt) zur Verfügung steht.

  • Für LED-Leuchten wird dieser Wert für den Neuzustand der Leuchte als “Bemessungslichtausbeute der Leuchte” angegeben

  • Für Leuchtstofflampenleuchten ergibt sich die Lichtausbeute der Leuchte aus der System-Lichtausbeute der Lampe ϕLampe/PSys und dem Leuchtenbetriebswirkungsgrad ηLB (siehe Kapitel 1.3.5.3  und Kapitel 2.1.3.4). Die System-Lichtausbeute der Lampe ihrerseits ist dabei in hohem Maße vom Vorschaltgerät abhängig, mit dem die Lampe betrieben wird (einen Hinweis darauf kann der sogenannte „Handy-Test” geben, siehe Kapitel 2.1.10.1 „Induktive Vorschaltgeräte”).

  • Zusätzlich ist das Degradationsverhalten des Leuchtmittels (Lichtstromrückgang der Leuchtstofflampe bzw. der LED-Leuchte im Laufe der Lebensdauer) zu berücksichtigen, das den Wartungsfaktor für die Planung der Leuchten bestimmt (siehe Kapitel 1.3.1.5, „Beispiel für die Bestimmung des Wartungsfaktors aufgrund technischer Daten von LEDLeuchten und Raum”).

  • Für Leuchtstofflampenleuchten ergibt sich die Lichtausbeute aus der Lampen-Lichtausbeute ΦLampe/PSys und dem Leuchtenbetriebswirkungsgrad ηLB (siehe auch Kapitel 2.1.3.4).

  • Für LED wie auch für Leuchtstofflampen sind die anwendungsspezifischen Anforderungen an die Lichtfarbe und den Farbwiedergabe-Index zu berücksichtigen.

In der jüngsten Vergangenheit haben sich hochentwickelte Formen der LED als moderne Lichtquellen etabliert. Fest in Leuchten integriert erreichen sie ihre höchste Effizienz und Zuverlässigkeit (siehe auch Kapitel 2.5.2).

Energiekennzeichnung

Wird eine Lampe im Einzelhandel angeboten, so ist der Händler heute gesetzlich verpflichtet, dem fachlich nicht ausgebildeten Endkunden zu verdeutlichen, wie gut diese den elektrischen Strom zur Lichterzeugung ausnutzt.

Dazu sind von der Europäischen Union Richtlinien zur Energiekennzeichnung von Lampen erlassen worden:

  • EU-Richtlinie 2010/30/EU [162] über die Angabe des Verbrauchs an Energie mittels einheitlicher  Etiketten und Produktinformationen

  • Richtlinie 874/2012/EU [182] betreffend der Energieverbrauchskennzeichnung von elektrischen Lampen und Leuchten.

Diese EU-Richtlinien, die in Deutschland als Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung
(EnVKV) umgesetzt sind, regeln die Etikettierung elektrischer Lampen und Leuchten. Die zu kennzeichnenden Lampen sind seit der Novellierung im Jahr 2012 grundsätzlich alle Lampen für den Haushaltsgebrauch und den professionellen Gebrauch, wie z. B.:

  • Glühlampen,

  • Leuchtstofflampen,

  • Hochdruckentladungslampen,

  • LED-Lampen und LED-Module.

Ausgenommen von der Kennzeichnung sind

  • Lampen und LED-Module mit einem Lichtstrom von unter 30 Lumen (lm);

  • Lampen und LED-Module, die für den Betrieb mit Batterien vermarktet werden;

  • Lampen und LED-Module, die für Anwendungen vermarktet werden, deren primärer Zweck nicht die Beleuchtung ist;

  • Lampen und LED-Module, die als Teil einer Leuchte vermarktet werden und nicht dafür bestimmt sind, vom Endnutzer entfernt zu werden, außer wenn sie dem Endnutzer getrennt (z. B. als Ersatzteile) zum Kauf, zur Vermietung oder zum Ratenkauf angeboten oder ausgestellt werden;

  • Lampen und LED-Module, die als Teil eines Produkts vermarktet werden, dessen primärer Zweck nicht die Beleuchtung ist. Wenn sie jedoch getrennt (z. B. als Ersatzteile) zum Kauf, zur Vermietung oder zum Ratenkauf angeboten oder ausgestellt werden, fallen sie unter diese Verordnung;

  • Lampen und LED-Module, die nicht die Anforderungen erfüllen, die aufgrund von Verordnungen zur Durchführung der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates ab 2013 und 2014 anzuwenden sind;

  • Leuchten, die für den ausschließlichen Betrieb mit den in den unter den ersten drei Punkten aufgeführten Lampen und LED-Modulen ausgelegt sind.

Ausgenommen von der Kennzeichnung sind

  • alle Lampen mit einem Lichtstrom von über 6500 Lumen

  • Lampen mit einer Leistungsaufnahme von unter 4 Watt

  • alle Niedervolt-Halogenglühlampen

  • Reflektorlampen

  • Lampen für Batteriebetrieb

  • Lampen, die nicht in erster Linie der Beleuchtung dienen,wie z. B. UV-, IR-, Schwarzlicht- und Entkeimungslampen sowie alle Lampen für Spezialanwendungen und

  • Lampen, die überwiegend im gewerblichen Bereich genutzt werden, wie Hochdruck-Entladungslampen und Natriumdampf-Niederdrucklampen.

Die Kennzeichnung der Lampen bzw. deren Verpackung erfolgt, ähnlich wie z: B. auch bei Kühlschränken, mit einem Energieeffizienz-Etikett, das die Farbskala der Energieeffizienzklasse A++ (sehr effizient) bis E (ineffizient) und ggf. auch Angaben über den Lampenlichtstrom, die Lampenleistung und die mittlere Lebensdauer trägt. Die Messverfahren zur Bestimmung der Energieeffizienzklasse sind in EN 50285 „Energieeffizienz von elektrischen Lampen für den Hausgebrauch – Messverfahren“ festgelegt. Für LED-Lampen wird grundsätzlich die Klassifizierung A bis A++ angegeben.

Abbildung 1.56: Etikett zur Energiekennzeichnung gemäß der in der vorliegenden Leuchte betreibbaren Lampen

Eine diesem Schema folgende Energiekennzeichnung von Leuchten ist auf Grund der oben aufgezeigten Abhängigkeit ihrer Effizienz von der spezifischen Anwendung nicht sinnvoll. Aus diesem Grunde werden im Einzelhandel Leuchten mit den Effizienzklassen der in ihnen betreibbaren Leuchtmittel ausgewiesen.