Umweltverträgliche Entsorgung

In Europa gilt die Richtlinie 2012/19/EU vom 4. Juli 2012 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte. Diese Richtlinie ist in nationale Gesetze der EU-Staaten umgesetzt.

Eng mit der Richtlinie über die Altgeräte steht auch die Stoffverbotsrichtlinie 2011/65/EU vom 8. Juni 2011 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS – Restriction of Hazardous Substances). Danach dürfen in Verkehr gebrachte Elektro- und   Elektronikgeräte nicht mehr als 0,1 Gewichtsprozent Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, polybromiertes Biphenyl (PBB) bzw. polybromierten Diphenylether (PBDE) bzw. nicht mehr als 0,01 Gewichtsprozente Cadmium je homogenen Werkstoffs enthalten. Die Gewichtsprozente gelten für alle Leuchten und Lampen einschließlich der elektronischen Komponenten. Für Leuchtstofflampen und Kompakt-Leuchtstofflampen sind gewisse Ausnahmen hinsichtlich der Quecksilbermenge je Lampe zulässig.

In Deutschland sind beide Richtlinien durch das „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und  die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz – ElektroG)“ in seiner derzeitigen Fassung vom 20. Oktober 2015 umgesetzt.

 

Hauptziele dieser Gesetze sind die

  • Vermeidung von Abfällen aus Elektro- und Elektronikgeräten

  • Reduzierung der Abfallmenge durch Wiederverwendung, durch Vorgabe von Sammel-, Verwertungsund Recyclingquoten (z. B. sollen mindestens 4 kg Altgeräte je Bewohner und Jahr gesammelt und einer entsprechenden Verwertung zugeführt werden) und

  • Verringerung des Schadstoffgehalts der Geräte.

Die Verpflichtung für die Entsorgung, d. h. für die Behandlung, Verwertung und Beseitigung der Geräte Verantwortung zu übernehmen, soll die Hersteller dazu zwingen, den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte in ihre Kalkulation einzubeziehen. Damit macht der Gesetzgeber die Hersteller der Geräte für deren Endsorgung verantwortlich. Der private Verbraucher erhält das Recht, die Elektro- bzw. Elektronik-Altgeräte kostenlos an bestimmten Sammelstellen abgeben zu können. Für gewerblich genutzte Altgeräte sollen Art und Ort sowie die Kosten der Rücknahme der Altgeräte zwischen dem Hersteller oder seiner Verbände und den Endnutzern frei vereinbart werden können.

Von der Richtlinie sind betroffen:

  • Leuchten für Leuchtstofflampen, ausgenommen Leuchten in Haushaltungen

  • Stabförmige Leuchtstofflampen

  • Kompakt-Leuchtstofflampen

  • Entladungslampen, einschließlich Natriumdampf- Hochdrucklampen und Metalldampflampen

  • Natriumdampf-Niederdrucklampen

  • Sonstige Beleuchtungskörper oder Geräte für die Ausbreitung oder Steuerung von Licht.

Ausgenommen sind Glühlampen und alle Leuchten in Haushaltungen.

Abbildung 3.68: Symbol zur Kennzeichnung von Elektro- und Elektronikgeräten mit Rücknahmegarantie

Alle nach dem 13.8.2005 in den Verkehr gebrachten Elektro- bzw. Elektronikgeräte, wozu auch die in der Richtlinie genannten lichttechnischen Produkte gehören, müssen hinsichtlich der Rücknahmegarantie durch den Hersteller gekennzeichnet sein (Bild).

Durch das Verbot der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe bei der Produktion von Neugeräten sollen Belastungen für Umwelt und Gesundheit von vornherein begrenzt werden und Entsorgungsprobleme gar nicht erst entstehen.

Nach dem in Deutschland gültigen Kreislaufwirtschaftsund Abfallgesetz (KrW/AbfG) vom Oktober 1996 gehören PCB-haltige Kondensatoren und Entladungslampen zu den besonders überwachungsbedürftigen Abfällen, weil sie Schadstoffe, bei Entladungslampen insbesondere Quecksilber, enthalten. Lampen sind verwertbar und müssen deshalb unzerstört zum Entsorger bzw. zur Schadstoffsammelstelle gelangen. Entsorgungspflichtig ist der Abfallerzeuger.