MINERGIE

Tabelle 1.44: Zertifizierung nach MINERGIE® bzgl. des Energiebedarfs

MINERGIE® ist ein Zertifizierungsverfahren, das in der Schweiz seinen Ursprung hat und in der Praxis weit verbreitet angewendet wird. Seit seiner Einführung im Jahr 1994, ursprünglich in privater Trägerschaft, seit 1998 im Verein „Verein Minergie”/ „Association Minergie”(AMI) organisiert, sind über 40.000 Gebäude nach diesem verfahren zertifiziert worden. In der Schweiz und darüber hinaus in Liechtenstein, Deutschland und Japan ist die Marke MINERGIE® als registrierte Marke geschützt.

MINERGIE unterscheidet zwischen der dreistufigen Zertifizierung bzgl. des Energiebedarfs eines Gebäudes und einer davon unabhängigen, zusätzlichen Zertifizierung weiterer Nachhaltigkeitskriterien. Die möglichen Zertifizierungen sind (siehe Tabelle 1.44):

  • MINERGIE®,- MINERGIE-P®,

  • MINERGIE-A® und

  • MINERGIE-ECO®.

Auch der MINERGIE-Zertifizierungsprozess unterliegt einer permanenten Weiterentwicklung, angepasst an die technischen Innovationen, die zur Verfügung stehen. So ist z. B. der Standard MINERGIE-A (siehe Tabelle 1.44) im Jahr 2011 eingeführt worden.

Die MINERGIE-Zertifizierung erfolgt auf der Grundlage von Planungsdaten. Die langjährige Erfahrung mit dem Verfahren hat jedoch gezeigt, dass die ermittelten energetischen Kennwerte in der praktischen Umsetzung im Wesentlichen als recht realistisch anzunehmen sind.


Die zusätzlich mögliche Zertifizierung nach dem ECO-Standard wird auf der Internetseite des Vereins wie folgt charakterisiert: „Minergie-Eco ordnet die Anforderungen sechs Kriterien zu. Gesundheitliche Aspekte sind in den  Kriterien Tageslicht, Schallschutz und gesundes Innenraumklima berücksichtigt, die Kriterien nachhaltiges Gebäudekonzept, Materialisierung und Prozesse wie auch die Berechnung der Grauen Energie beinhalten bauökologische Anforderungen. Die sogenannten Ausschlusskriterien verhindern, dass Systeme und Materialien zum Einsatz kommen, die mit dem nachhaltigen Bauen völlig unvereinbar sind. Dazu zählen beispielsweise Biozide oder Holzschutzmittel in Innenräumen” (https://www.minergie.ch/baustandards.html).

Mit „Grauer Energie” wird die Energie bezeichnet, die für die Bereitstellung
eines Produktes von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zu seiner Entsorgung - exklusive
der für den Betrieb benötigten Energie - benötigt wird. Diese ist für den sogenannten „CO2-Fußabdruck”
mit zu berücksichtigen.