Entsorgung von Kondensatoren

Leuchten mit induktiven Vorschaltgeräten benötigen zur Kompensation der Blindleistung Kompensationskondensatoren.

Seit etwa 1930 wurden in vielen Industrieländern bei der Produktion von Starkstrom-Kondensatoren polychlorierte Biphenyle (PCB) als flüssiges Dielektrikum verwendet. Sie zeichnen sich durch hohe elektrische Stabilität und schwere Entflammbarkeit aus. Ende der 60er Jahre wurde erkannt, dass polychlorierte Biphenyle hochgradig toxisch, biologisch schwer abbaubar und ökologisch bedenklich sind. Die Verwendung von PCB wurde 1978 in der Bundesrepublik Deutschland auf bestimmte Anwendungsgebiete (sog. „geschlossene Systeme“), zu denen auch Kondensatoren gehören, beschränkt. Ende der 70er Jahre wurde deutlich, dass sich PCB bei hohen Temperaturen, wie sie z. B. bei Umgebungsbränden auftreten können, zersetzt. Bei bestimmten Temperaturen können Polychlordibenzodioxine (PCDD) und Polychlordibenzofurane (PCDF) freigesetzt werden, von denen toxische Gefahren ausgehen. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die Produktion von PCB in der Bundesrepublik Deutschland 1982 eingestellt wurde. Gleichzeitig haben auch die Hersteller von Starkstrom-Kondensatoren – ohne dass ein behördliches Verwendungsverbot vorlag – auf den Einsatz polychlorierter Biphenyle verzichtet, weil Ersatzstoffe mit annähernd gleichen dielektrischen Eigenschaften auf den Markt kamen.

Nach der PCB-Abfallverordnung, die in Deutschland seit dem 30.6.2000 in Kraft ist, ist grundsätzlich die Verwendung von Erzeugnissen mit einem PCB-Gehalt von mehr als 50 mg/kg verboten.

Nach dem Kreislaufwirtschafts-/Abfallgesetz mit den entsprechenden Rechtsverordnungen muss der Besitzer bzw. der Betreiber von PCB-haltigen Materialien bzw. Geräten die ordnungsgemäße Entsorgung veranlassen. PCB-kontaminierte Feststoffe werden in einer Untertage-Deponie endgelagert, PCB-haltige Flüssigkeiten werden in Hochtemperaturöfen verbrannt. Für die Vorbehandlung, Verpackung und den Transport sind grundsätzlich konzessionierte Abfallvorbehandlungs-, Transport- und Entsorgungsunternehmen einzuschalten.