Realitätsnahe Ansichten

Abbildung 1.81: Visualisierung eines Besprechungsraumes

Die europäische Beleuchtungsnorm EN 12464 legt Mindestanforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Europa fest. Diese Mindestanforderungen werden durch technische Werte repräsentiert, deren Einhaltung die Erfüllung der wesentlichen Qualitätskriterien der Beleuchtung gewährleisten soll. Das Verfahren hat sich sehr bewährt. Die funktionalen Aspekte der Beleuchtung sind umfassend berücksichtigt. Eine normgerechte Beleuchtung ermöglicht eine uneingeschränkte Erfüllung der Sehaufgabe.

In vielen Fällen ist jedoch neben dem funktionalen auch der gestalterische Aspekt der Beleuchtung von gleichwertiger Bedeutung (siehe auch Kapitel 1.1, „Grundlegende Anforderungen an gute Beleuchtung”).

Sogenannte „Raytracer” ermöglichen ein 3-dimensionales Rendering, insbesondere unter Berücksichtigung der auf den Oberflächen des betrachteten Raumes, d. h. der Raumbegrenzungsflächen und der im Raum enthaltenen Objekte, auftretenden Leuchtdichten. Es ist möglich, den gerenderten Raum virtuell zu betreten und sich dort „umzusehen”.

Für die visuell-gestalterische Planung Kann solch ein Programm dem Lichtplaner ein hilfreiches Werkzeug sein. Dennoch ist eine Bewertung des angezeigten Berechnungs-Ergebnisses auf der Grundlage der Erfahrung auch im Umgang mit diesem technischen Hilfsmittel unverzichtbar, da Voreinstellungen der Software oder auch des Anzeigebildschirms das Erscheinungsbild der Simulation erheblich beeinflussen bzw. verfälschen Können.

Wenn sichergestellt ist, dass eine verlässlich realitätsnahe Darstellung der zukünftigen Beleuchtungssituation erreicht worden ist, Kann ein „virtueller Spaziergang” auch dem nicht fachkundigen Bauherren bei der Entscheidungsfindung behilflich sein.